Es stand schon länger für mich am Programm, mal wieder am Semmering rodeln zu gehen. Mal wieder ist gut. Das erste und letzte Mal, dass ich dort war, ging ich noch zur Schule. Das ist nun sicher mehr als 15 Jahre her. Ich kann mich aber immer noch lebhaft daran erinnern, welchen Spaß ich damals hatte.

Der Valentinstag nahte. „Soweit ich weiß, wird dort ja auch nachts Ski gefahren. Kann man da nachts vielleicht auch rodeln?“ Ein Besuch auf der übersichtlich gestalteten Webseite www.semmering.com brachte sofort die Erkenntnis, dass dies ohne Weiteres möglich sei und die Betriebszeiten sich mit jenen der Kabinenbahn decken. Sogar sämtliche Preise und Infos rund um den Rodelverleih sind dort wunderbar angeführt.

Meine Freundin war von der Idee sofort hellauf begeistert und so schnappte ich mir am besagten Tag meine Rodel, eine zweite, falls wir auch mal getrennt fahren wollten, Handy und Freundin (schließlich musste die ja auch noch mit) und schon saßen wir im Auto Richtung Semmering.

Draußen dämmerte es bereits, als wir auf der S6 Krieglach passierten und von den ersten Schneeflocken überrascht wurden. Je weiter wir das Mürztal empor kletterten, umso dichter wurden die Flocken und so wandelte sich das Abendpanorama zunehmend zu einer traumhaften Winterkulisse. Mit dem Ende des Ganzsteintunnels verließen wir gerade den ersten Teil der sich nach oben schlängelnden Tunnelkette, als das Wetter abermals umschwenkte und der Schneefall komplett nachließ. Die Fahrbahn war nun wunderbar frei zu befahren und zwischen den Wolkenfeldern funkelten uns vereinzelt sogar ein paar Sterne entgegen.

Nachdem wir um 17:30 Uhr eine halbe Stunde vor Beginn des Nachtbetriebs etwas zu früh dran waren, entschieden wir uns erst bei Maria Schutz abzufahren und vorher noch schnell einen Abstecher zum Kirchenwirt und seinen berühmten Klosterkrapfen www.klosterkrapfen.at zu machen, die ja laut eigener Aussage „an Größe und Wohlgeschmack unübertroffen“ seien. Als wir in die Stube traten, duftete es nach frischen Krapfen und aus der Vitrine lachte uns bereits die bunte Vielfalt der Vanille-, Nougat- und Marillenmarmeladekrapfen entgegen. „Mmmmh, lecker…“

Von Maria Schutz kommend ging’s dann die Serpentinen hinauf Richtung Semmering. So konnte ich mich bereits fürs Rodeln ein klein wenig „einfahren“. Oben angekommen versetzte uns der einerseits wunderschöne, aber auch skurrile Anblick des beleuchteten Hirschenkogels schlichtweg ins Staunen. Und so zückte ich mein Handy, um davon gleich ein paar Fotos zu machen.

Es waren erstaunlich viele Parkplätze frei und auch auf der Piste fuhren nur vereinzelt ein paar Wenige den Hang hinunter. Als wir aus dem Auto ausstiegen, wussten wir auch warum: Die Kälte biss wirklich ordentlich. Zum Glück waren wir zur Genüge eingepackt.

Wir besorgten uns zwei Nachtkarten für je EUR 25,- und machten uns sofort auf den Weg. In der Gondel mussten wir erst einmal innehalten. Von weiter oben sah die Szenerie noch viel beeindruckender aus: Vor uns erstrahlte der von leicht angezuckerten Bäumen umgebene, in ein buntes Lichtermeer auslaufende, und von allen Seiten beleuchtete fast menschenleere Abhang. Der Traum eines jeden passionierten Skifahrers.

Oben blieb dann die Gondel beinahe komplett stehen und wir konnten problemlos mit unseren Schlitten auf die Piste hinaus, um uns in Ruhe einen ersten Überblick zu verschaffen, wo wir eigentlich hin mussten. Gar nicht so einfach bei 6 präparierten Nachtpisten, 1 Erlebnisrodelbahn und 1 Split Park, der für Snowboarder ebenfalls nachts befahren werden kann.

Dank übersichtlicher Karte direkt beim Ausstieg war unsere Abfahrt schnell gefunden, jeder stieg auf seine Rodel und dann ging’s auch schon los. Ich fuhr als Erster in die erste 90-Grad-Kurve. Wow! Diese Fahrt in Worte zu fassen, würde der Bahn nicht gerecht werden, du musst es tatsächlich selbst erlebt haben. Es war der Wahnsinn und die Bahn wird dem Begriff Erlebnisrodelbahn wirklich mehr als gerecht. Von flachen Stellen, gefolgt von kurzen Steilhängen, Tunneln, die unter den Gondeln durch führen, sauengen Kurven, bis hin zur Buckelpiste, wo ich ordentlich durchgeschüttelt wurde, ist praktisch alles dabei. Trotzdem ist die Bahn nie unfair gestaltet, sodass diese auch problemlos von Eltern mit ihren Kindern oder Jugendlichen befahren werden kann, zugleich aber so fordernd, dass man mit ordentlich Speed Mühe hat, gerade noch so in der Bahn zu bleiben. Obwohl ich selber Jahre nicht mehr auf der Rodel gesessen war, kam ich sofort wieder rein. Auch meine Freundin hatte keinerlei Probleme und ihr machte es solchen Spaß, dass wir noch etliche weitere Male hinunter sausten, bevor die Gondeln ihre Fahrt einstellten. Ein tolles Abenteuer und ein ganz besonderer Valentinstag, den wir beide noch sehr lange positiv in Erinnerung haben werden.

Wenngleich die Bilder nur mit der Lightroom App am Handy entwickelt wurden, hoffe ich dennoch, dass ich dir ein paar Eindrücke von unserem Nachtrodelausflug am Zauberberg vermitteln und vielleicht bei dir die Begeisterung wecken konnte, auf dieser tollen Bahn auch mal mit der Rodel hinunterzurasen. Sollte dir mein Artikel gefallen haben, du mir von deinen Eindrücken erzählen wollen oder ich etwas Wichtiges übersehen haben, schreib mir doch oder hinterlasse einen Kommentar! Ich würde mich sehr darüber freuen!

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