Angefangen bei der Kindheit…

Mit suchendem Blick laufe ich durch die Wohnung und komme mir dabei vor, wie ein großer Entdecker. So muss sich einst Kolumbus gefühlt haben, von dem mir Oma schon so viel erzählt hat, oder dieser Kirk aus dem Fernsehen. Ich befinde mich auf Terra incognita – unentdecktem Gebiet – und obwohl mir doch alles um mich herum nicht fremd ist, so ist es dennoch auch irgendwie neu für mich. Und so streife ich durch diese fremde Welt, stets auf der Suche nach dem Besonderen – dem Schatz, der nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Ich will gerade unter den Küchentisch – Verzeihung, ich meine natürlich in diese dunkle Höhle vor mir – kriechen, da bleibt mein Blick an einem Gegenstand auf der Kommode haften. Etwas Länglichem, pinkfarben, mit einem kleinen Fenster rechts außen.

Ich begebe mich zur Kommode und greife danach, um mir dieses merkwürdige Objekt genauer anzusehen. In der Mitte scheint noch ein Fenster – ein viel kleineres als das andere – zu sein und ganz oben links ist ein grauer, viereckiger Knopf. Ich drücke darauf. Das Gerät klickt und ich erschrecke mich. Aus dem Fenster kommt für einen ganz kurzen Augenblick ein unglaublich grelles Licht. Ich möchte davonlaufen und mich in meiner Höhle verstecken, aber das Licht war so hell, dass ich nichts mehr erkennen kann. Mit beiden Händen reibe ich mir die Augen. Irgendwann lässt es nach und ich kann wieder erste Umrisse erkennen, bis die Umgebung nach und nach klarer wird. Dieses gemeine Ding liegt noch immer vor mir. Vor Schreck habe ich es vorhin fallen gelassen. Ich knie mich davor. Mit respektvollem Abstand nähere ich mich vorsichtig dem Knopf, fest entschlossen diesmal nicht ins große Fenster zu blicken, wenn ich darauf drücke. Diesmal macht es nicht „Klick“ und auch das Fenster beginnt nicht zu leuchten. Ich drücke nochmals darauf. Wieder nichts. Stirnrunzelnd nehme ich das seltsame Gerät abermals in meine Hände und begutachte es von allen Seiten. Erst jetzt fällt mir auf, dass auf der Rückseite in der Mitte ebenfalls ein Fenster ist. Aber im Vergleich zu den beiden anderen vorne ist dieses durchsichtig. Interessiert halte ich das Ding ganz nah an mein Auge und blicke durch. Ich sehe meine ganze Umgebung. Halt nur durch dieses Fenster. Nochmals drücke ich auf den Knopf und leider tut sich auch diesmal nichts. Komisch. Ich glaube, ich habe es kaputt gemacht. Ich beginne zu weinen und laufe zu meiner Mama.

Dieses seltsame, prägende, Erlebnis hatte ich mit ungefähr 3-4 Jahren. Natürlich weiß ich heute, dass ich die Kamera damals nicht kaputt gemacht hatte und Mama war auch nicht böse mit mir. Ganz im Gegenteil. Sie zeigte mir, wie ich das größere Fenster vorne nochmals zum Leuchten bringe, und erklärte mir, dass ich dabei auch durch das kleine Fenster hinten blicken musste. Fotos kannte ich ja damals bereits schon und jetzt wusste ich auch, woher sie kommen und wie ich selber welche machen kann. Ich erinnere mich noch gut daran, wie fasziniert ich davon war, durch den Sucher zu blicken, den Blitz zu betätigen oder beim Moment des Auslösens und Weiterspulens die ganze Mechanik dahinter zu hören.

Irgendwann mit 7-8 Jahren kaufte ich mir von meinem Ersparten meine erste eigene Kamera. Eine Kodak. Genauer genommen handelte es sich um eine Wegwerfkamera – noch dazu die allerbilligste, weil ich ja nicht viel hatte. Statt des Films wurde die ganze Kamera zum Entwickeln eingeschickt und man erhielt nach einigem Warten die Negative mitsamt den ausgearbeiteten Bildern. Als diese dann zurückkamen, hatte ich endlich meine ersten eigenen Fotos in den Händen. Wow, war ich stolz! Übrigens lernte ich so auch ganz nebenbei, was der Begriff Panoramabild bedeutet. Ich war überrascht, aber das schmälerte nicht die Freude über meine Fotos, die ich nach wie vor wie einen Schatz hüte.

…bis hin zum Erwachsen werden

Das, was ich damals dabei empfand, als ich mir zum ersten Mal meine eigenen Fotos ansah, ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich war fasziniert. Fasziniert von der Möglichkeit, Momente für die Ewigkeit festhalten zu können. Eigenartig, dass ich das in meinen Kinderjahren zwar begriff, mir dieses Bewusstsein aber in späteren Jahren, als erwachsener Fotograf – der ja immer das perfekte Bild haben möchte – wieder abhanden kam und es mir erst mühsam wieder in Erinnerung rufen musste.

Über die Jahre haben sich sowohl meine Technik als auch die von mir verwendeten Kameras weiter verbessert, ich mich der kommerziellen Fotografie mehr und mehr angenähert und dabei in verschiedenen Genres versucht. Ja, es machte mir schon Spaß, zu fotografieren. Nur fühlte es sich einfach irgendwie nicht mehr ganz so richtig an. Daraus entwickelte sich eine Art On-/Off-Beziehung zur Fotografie und ich musste regelmäßig Abstand nehmen. Durch all die „Regeln“, die es als Fotograf zu berücksichtigen gab, distanzierte ich mich selbst immer mehr von meiner Fotografie, bei der ich stets solchen Spaß gehabt hatte.

Ich habe mir durch die selbst auferlegten, hohen Erwartungshaltungen – weil mein Bild ja für jemand Außenstehenden perfekt sein musste – die Freude an der Fotografie genommen. Dabei interessierte mich doch mehr der Moment, eine Situation so lebendig und natürlich wie möglich wiederzugeben und eben für die Ewigkeit festzuhalten, anstatt das perfekte Bild zu erarbeiten. Später fand ich dann heraus, dass es mir eigentlich um das Transponieren von Emotionen über die Kamera und weniger um das Motiv an sich ging.

Vielleicht kennst du das auch? Hast du auch so ein Bild von einem besonderen Moment in deinem Leben, mit dem du zwangsläufig unheimlich starke Emotionen verbindest? Vielleicht auch von einem verstorbenen Menschen oder Tier, der oder das dir besonders am Herzen lag? Bei diesen Bildern ist plötzlich die genaue Erarbeitung oder die Perfektion des Motivs zweitrangig, weil eben die Emotion überwiegt.

Und dann?

Erst eine Reihe von Schicksalsschlägen brachten mich wieder auf die richtige Spur, auf meinen Weg: Zur Liebe zur Fotografie und dem Sinn, was Fotografie eigentlich für mich bedeutet.Photographie bedeutet für mich...Fest entschlossen, diesen Weg zu gehen, kaufte ich mir schließlich vor 3 Jahren meine erste Spiegelreflexkamera, welche für mich bis heute meine erste Wahl für digitale Fotografien geblieben ist: die D5500 von Nikon. Das Multitalent unter den Nikons und für meine Art der Fotografie der perfekte Begleiter in jeder Lebenslage.

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